Christiane Warnecke

 
     
 
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Schreiben
Meine zweite Leidenschaft habe ich 1999 entdeckt. Mit einer Tasse Kaffee oder heißem Tee verbringe ich seitdem einige Nächte im Monat schreibend vor dem Computer. Kurzgeschichten, Gedichte, Entwürfe von Songtexten. Seit Kurzem (also gut zwei Jahren) versuche ich mich am Großprojekt Fantasyroman.
 
Die Sängerin
Sie öffnet mir die Tür mit ihrem Ellenbogen, die Hände voller Teig und eine unangezündete Zigarette im Mundwinkel: 
"Hallo! Komm rein! Backe gerade Nußbrot. Hast du Feuer?" 
Ich zünde ihr die Zigarette an. Ihre grünen Augen verfolgen jede meiner Bewegungen. Sie nickt ein Danke und nimmt einen tiefen Zug, die Teighände weit von sich haltend:
"Setz dich! Komme gleich, muß das Ding nur noch in Ofen schieben. Nimm die Papiere einfach vom Stuhl da!" 
Sie verschwindet in der Küche und ich höre sie summen.
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Gemeinsame Träume
Das, was in meinem Herzen tanzt, wird auf ewig alleine tanzen. Ich habe das letzte Bild unseres gemeinsamen Traumes aus meiner Phantasie geschnitten und im Ofen verbrannt. Dann bin ich aus dem Zimmer gegangen und habe die Tür fest hinter mir verschlossen. Träume muss man beizeiten begraben oder verbrennen, sonst fressen sie einen auf. Gemeinsame Träume noch eher als Einzelgänger.
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Eines Nachmittags im Kaffeehaus
„People are like seasons!“
„Wie meinst du das?“
Sie lächelt und nippt an ihren Kaffee:
“Na, ganz einfach! Sie kommen und gehen, in beiden Fällen ungefragt aber doch immer herbeigesehnt!“ Ich denke einen Moment darüber nach, doch bevor ich zu einer Meinung oder einem Kommentar kommen kann, ist sie schon wieder mindestens zwei Gedanken weiter:
“Oder sieh dir den Unterschied zwischen Männern und Frauen an. Menschen haben Bücher darüber geschrieben, dabei ist es in ein paar Sätze zu fassen: Die Frau wartet immer auf den Mann. Sie ist es, die alleine ist und wartet, während der Mann zu tun hat. Da sie so viel Zeit hat zu warten, gibt sie sich dem Make-up hin –natürlich auch, um schön zu sein für ihn. So ist das, er will sie besitzen, sie aber will sich verschenken. Schließlich kommt der Mann, zu spät! Da ihn dann doch ein wenig das schlechte Gewissen plagt, hat er noch schnell ein Geschenk für seine Frau gekauft! Du siehst, Männer verschwenden Geld, Frauen ihre Zeit! Dabei könnten sie es viel einfacher haben! Oder meinst du nicht?“
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